Das Projekt

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Pressemitteilung


Nach einem Jahr Gruppentraining und insgesamt zweijähriger Projektlaufzeit wurden im Rahmen des Forums "fit für 100" im April 2007 die Projektergebnisse und -erfahrungen vorgestellt sowie Ausblicke für die Zukunft des Projekts gegeben. Ebenfalls erschien in diesem Zusammenhang ein Leitfaden "fit für 100", der weiteren Institutionen und Organisationen der Altenhilfe die Einrichtung von Bewegungsgruppen erleichtern soll. Seit Mitte 2007 setzen nun weitere Einrichtungen der Altenhilfe das Trainingskonzept des Projekts "fit für 100" um. Die Umsetzung gliedert sich in zwei Bereiche:

Ausweitung
Im Landesteil Westfalen an den Standorten Münster, Gütersloh und Werther wird das Programm in vier weiteren Einrichtungen implementiert.

Schwerpunkt Demenz
Im Rheinland werden drei Demenzgruppen in Köln und Nettetal wissenschaftlich begleitet.

Bei der Umsetzung des Trainings mit Demenzerkrankten werden die Gruppen in unterschiedlichen

Organisationsformen realisiert:
- Bewegungsgruppe in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Demenzkranke
- Gruppe für Demenzkranke, die gemeinsam mit den pflegenden Angehörigen trainieren
- Training in einer Wohngruppe für demenziell Erkrankte einer stationären Altenhilfeeinrichtung

In den Demenzgruppen soll die Durchführbarkeit des Trainingsprogramms für die Zielgruppe demenzkranke Menschen evaluiert werden. Vor allem die Fragestellung, ob und wieweit der Übungsleiter sein Verhalten in der Zusammenarbeit mit Demenzkranken anpassen kann, damit das Trainingsprogramm die erwünschten Erfolge erzielt, ist hierbei von Interesse. Eine dreitägige Schulung der Einrichtungsmitarbeiter hat im September in Bonn statt gefunden. Darüber hinaus wird durch weitere unterstützende Maßnahmen (Beratung, Hospitationen und Fortbildungen) die Nachhaltigkeit sichergestellt.
 

Zum Projekt "fit für 100"

Ziel der zwei mal wöchentlich stattfindenden Bewegungsstunden ist eine Verbesserung der Alltagskompetenzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen (wieder) in die Lage versetzt werden, eigenständig Verrichtungen des täglichen Lebens wie aufstehen, gehen, Treppen steigen, Körperpflege selbst ausführen zu können oder die Pflegekraft bei pflegerischen Maßnahmen aktiv zu unterstützen. Auch zur Sturzprophylaxe wird mit dem Training ein wichtiger Beitrag geleistet, denn die vielfältigen Koordinationsübungen schulen vor allem die Gleichgewichtsfähigkeiten. Die notwendige Grundlage dafür wird durch die Kräftigungsübungen geschaffen. Das Bewegungsangebot hilft vor allem hochaltrigen und an Demenz erkrankten Menschen Alltagshandlungen möglichst lange selbstständig verrichten zu können, denn nachlassende Kraft ist nur allzu oft ein Faktor, der im Alter leistungsbegrenzend wirkt. Die Erfahrungen aus der ersten Projektphase haben gezeigt, dass das Kraftniveau vieler Älterer erheblich gesteigert werden kann. Dies führt letztlich auch zu einer größeren Lebensqualität und -zufriedenheit.

Demografischer Hintergrund

Sehr wichtig erscheinen diese Faktoren vor allem vor dem Hintergrund der wachsenden Anzahl alter und hilfsbedürftiger Menschen. 

Vorhandene Bewegungsangebote in Altenhilfeeinrichtungen

In vielen Altenhilfeeinrichtungen finden bereits Bewegungsangebote statt. Wünschenswert ist eine systematische Förderung z. B. des Kraftniveaus und der koordinativen Fertigkeiten, denn darin liegt ein wichtiger Beitrag auch zur Sturzprophylaxe.

Medienresonanz

Die außerordentliche Resonanz der Bevölkerung auf zahlreiche Zeitschriften- und mehrere Fernsehbeiträge über das Projekt "fit für 100" (Stiftung Warentest, ZDF, ARTE, WDR, 3sat, MDR) bekräftigen das immense Interesse am Thema Kraft- und Gesunderhaltung im Alter.
Zahlreiche Anrufe und Anfragen, neben Einrichtungen vor allem von Privatpersonen, zeigen, dass die Zielgruppe der 80-Jährigen äußerst motiviert ist, an Widerstandsfähigkeit und Kraftstatus arbeiten zu wollen, um auch weiterhin die gewohnte Lebensqualität zu erhalten bzw. wiedergewinnen zu können.

 Ausweitung in Westfalen: Standorte Münster und Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh steht schon seit zwei Jahren das Bewegungsprogramm "fit für 100" hoch im Kurs. Seinen Anfang nahm "fit für 100" im Altenzentrum Wiepeldoorn und dem Katharina-Lutter-Haus in Gütersloh mit der Teilnahme an der ersten Projektphase in den Jahren 2005 bis 2007. Hier konnte die Wirksamkeit des Bewegungsprogramms eindrucksvoll belegt werden. Seitdem ist das Bewegungsprogramm "fit für 100" fester Bestandteil des Angebots in den genannten Häusern. Seit Beginn stehen den Bewohnern und demenzerkrankten Menschen der Häuser ehrenamtliche Helferinnen zur Seite.

Seit Oktober ist in Gütersloh neuerdings die LWL-Klinik (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) in die Umsetzung des "fit für 100"-Bewegungsprogramms eingestiegen und bietet zwei mal die Woche für je 60 Minuten das anspruchsvolle Training an.

Das St. Jakobi-Stift Werther ist seit August 2007 erfolgreich mit dem Bewegungsprogramm "fit für 100" gestartet. Für die teilnehmenden Senioren findet ebenfalls zwei Mal wöchentlich eine Übungsstunde statt, in der Koordinations- und Kraftfähigkeiten (mit Gewichten an den Füßen und kleinen Hanteln) gezielt geschult werden. Zwei Mitarbeiterinnen des Hauses sind eigens für die Durchführung dieses Programms geschult worden. Das Programm findet großen Anklang, sodass bereits jetzt über eine dauerhafte Implementierung nachgedacht wird.

Nachdem das St.-Elisabeth Altenheim in Münster seit nunmehr fast zwei Jahren erfolgreich das Programm "fit für 100" umsetzt, haben zwei weitere Einrichtungen in Münster das Training aufgenommen. Seit September trainiert im Meckmannshof, einer Einrichtung des Pertheswerks, eine Bewohnergruppe mit Hanteln und Fußgewichten. Das Haus Heidhorn der Alexianer ist im Oktober mit dem Training gestartet. Für die Durchführung des Bewegungsprogramms konnte der Übungsleiter aus der ersten Projektphase gewonnen werden. Auch hier wurden bereits Mitarbeiter aus den beteiligten Einrichtungen im "fit für 100" Programm geschult, um die Nachhaltigkeit zu sichern.

 Zum Schwerpunkt Demenz:

Im Rheinland sind drei Institutionen mit dem Schwerpunkt der Betreuung von Demenzkranken ausgewählt worden. Hier wird das Bewegungsprogramm für Menschen mit einer beginnenden oder fortgeschrittenen Demenz angeboten. Zwei dieser Gruppen finden im ambulanten Bereich statt, eine Gruppe im Rahmen einer Wohngruppe für Demenzerkrankte. Geschulte Übungsleiter führen gemeinsam mit den Demenzkranken - und zum Teil auch ihren Angehörigen - leichte Kraftübungen und Koordinationsübungen ohne Leistungsdruck durch. Die Gruppen werden wissenschaftlich begleitet.

Weiterentwicklung

Aktuelle Veränderungen und Ausweitungen finden Sie unter der Rubrik Aktuelles 

 

Kontakt

Deutschen Sporthochschule Köln
Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie
Am Sportpark Müngersdorf 6
50933 Köln

 

Projektleitung "fit für 100"

Ulrike und Frank Nieder
Telefon: 0221 - 4982 6141 oder 6142
WWW: www.ff100.de
E-Mail: info@ff100.de


Weitere Informationen zu unserem Projekt finden Sie in unserem Handout (Download als pdf-Datei): 

Handout "fit für 100"